Mädchen in Vietnam mit Mikrofon

Weltmädchentag

Die Rechte der Frauen beginnen bereits bei den Mädchen. Deshalb setzt sich Plan International dafür ein, dass Mädchen weltweit alle Voraussetzungen erhalten, starke und freie Frauen zu werden. Jedes Jahr am 11. Oktober, am Weltmädchentag, macht Plan International auf die Anliegen und Hindernisse, mit denen Mädchen konfrontiert sind, aufmerksam.

Weltmädchentag am 11. Oktober 2021

Point de Presse der WMO
Loukina Tille und Alain Berset an der Pressekonferenz des Sonderkongress der WMO. © Plan International Schweiz

Girls take over! Ob Präsidentin, Geschäftsführerin oder Chefredaktorin – zum Weltmädchentag vom 11. Oktober erheben Mädchen rund um den Globus ihre Stimme. Zum ersten Mal beteiligte sich am 11. Oktober 2021 der Schweizer Bundesrat Alain Berset an einem Takeover.

Die 20-jährige Loukina Tille eröffnete am 11. Oktober an Alain Bersets Seite den Sonderkongress der Weltmeteorologie-Organisation WMO. Zum Weltmädchentag setzte sie damit ein Zeichen für die Mitsprache junger Frauen.

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Warum benötigen wir einen Weltmädchentag?

Mädchen aus Kambodscha spricht über Gleichberechtigung
Die Meinung und Interessen von Mädchen sollen gehört und akzeptiert werden. © Plan International

Es gibt einen Weltkindertag, es gibt einen Weltfrauentag. Warum braucht es den Weltmädchentag? Die Antwort ist einfach: Trotz aller Fortschritte beachtet die Welt die Herausforderungen, mit denen Mädchen konfrontiert sind, viel zu wenig. Zum Beispiel gehen weltweit rund 130 Millionen Mädchen nicht zur Schule. Barrieren wie Frühverheiratung, Frühschwangerschaft und sexuelle Gewalt erschweren ihnen den Zugang zu Bildung und hindern sie daran, selbstbestimmt zu leben.

Die UN-Kinderrechtskonvention legt fest, dass Mädchen und Jungen dieselben Rechte haben. Allerdings haben sie immer noch nicht dieselben Chancen: Im Verhältnis werden Mädchen häufiger diskriminiert und an ihrer freien, selbstbestimmten Entfaltung gehindert. 

Der Weltmädchentag rückt diese Probleme und die Bedürfnisse von Mädchen in den Vordergrund. So wird auf internationaler Ebene ein Anstoss gegeben, die Situation von Mädchen zu verbessern.

Was wollen wir mit dem Weltmädchentag erreichen?

Mädchen sollen die gleichen Möglichkeiten und Chancen haben wie Jungen. Dabei fordern wir folgende Massnahmen:

  • gezielte Förderung von Mädchen und jungen Frauen durch Bildung
  • Bekämpfung der Zwangsehe
  • Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen
  • konsequente Umsetzung von Anti-Diskriminierungsgesetzen
  • keine Toleranz für Gewalt gegen Mädchen und junge Frauen im Namen von Tradition oder Kultur
  • Berufsbildung und Kompetenzentwicklung für junge Frauen 

 

Die Geschichte des Weltmädchentags

Damit die internationale Staatengemeinschaft Mädchen mehr Aufmerksamkeit beimisst, forderte Plan International die Einberufung eines eigenen internationalen Aktionstages für Mädchen. Im Dezember 2011 ernannten die Vereinten Nationen den 11. Oktober zum „International Day of the Girl Child“ (Weltmädchentag). Dies war ein Meilenstein auf dem Weg zu echter Gleichberechtigung. Seitdem weisen jährlich zum Weltmädchentag zahlreiche Aktionen auf die Schwierigkeiten und Anliegen von Mädchen hin.

Die weltweiten Take Over Aktionen

Seit 2016 hat Plan International anlässlich des jährlichen Welt-Mädchentags 5.228 solche TakeOvers (Übernahmen ) in mehr als 75 Standorten organisiert. Die nepalesische Präsidentin Bidhya Devi Bhandari gab dazu am 5. Oktober 2016 den Startschuss und legte ihr Amt für einen Tag in die Hände von Mädchen. Im Oktober 2020 übernahm die 16-jährige Aava Murto für einen Tag den Job von Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin. In der Schweiz haben sich in der Vergangenheit die Stadtpräsidenten von Chur, Luzern, St. Gallen und Zug sowie Unternehmen wie Die Post, Google und IKEA an TakeOver-Aktionen beteiligt.

Die Aktion ist ein Plädoyer für die Rechte von Mädchen: Sie sollen ihr Können demonstrieren und die Welt verändern. Denn zu oft können sie ihr Recht auf Bildung nicht wahrnehmen und sind von wichtigen gesellschaftlichen Prozessen ausge-schlossen. Die Zahlen sprechen für sich:22 von 193 Staatsoberhäuptern sind weiblich und gerade mal 8 Prozent der CEOs an der Spitze der 500 führenden Unternehmen der Welt sind Frauen. Um dies zu ändern, engagiert sich Plan International mit Programmen zum Schutz, der Förderung und der Stärkung von Mädchen sowie mit ihrer Bewegung „Girls Get Equal“ dafür, das Leben von Millionen Mädchen zu verbessern. Die Takeover-Aktion ist Teil dieser Bewegung und gibt den Mädchen weltweit eine Stimme.

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Gleichberechtigung und Rollenbilder

Ein wichtiger Aspekt der Gleichberechtigung von Mädchen, auch in der Schweiz, sind wenige oder gar fehlende weibliche Vorbilder, sei es im Beruf, in Filmen oder Medien. Der Bericht #RewriteHerStory von Plan International zeigt auf, dass bei keinem der 56 erfolgreichsten Filme vom Jahr 2018 eine Frau Regie geführt hat. Diese Zahl ist bedenklich und hat einen enormen Einfluss darauf, welches Frauenbild vermittelt wird und wie sich Mädchen und junge Frauen selber sehen.

Vorbilder und Mentoren, die Mädchen und junge Frauen von der Kindheit bis ins Berufsleben ermutigen und begleiten, können einen grossen Unterschied machen.

Der Weg vom Mädchen zur Frau, von der Ausbildungs ins Berufsleben, erweist sich als entscheidende Phase. Die unabhängige Umfrage von Plan International Schweiz zur Situtation der Gleichstellung von Mädchen, Jungs und Frauen in der Schweiz ergab, dass der Optimismus junger Frauen spürbar nachlässt, sobald sie in den Arbeitsmarkt eintreten und Karriere machen wollen. 60% der Mädchen und Frauen stimmten zu, dass Frauen in Führungspositionen eine bessere Leistung erbringen müssen als Männer in ähnlichen Positionen, um respektiert zu werden. 

Wir zeigen am Weltmädchentag, wie wertvoll es ist, wenn junge Frauen Führungspositionen übernehmen und erschaffen Vorbilder für alle jungen Mädchen.

 

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