Mädchen in Indien mit Megaphon
Am Weltmädchentag erheben Mädchen und junge Frauen ihre Stimme. ©Plan International

Am 11. Oktober ist Weltmädchentag!

Die Rechte der Frauen beginnen bereits bei den Mädchen. Deshalb setzt sich Plan International dafür ein, dass Mädchen weltweit alle Voraussetzungen erhalten sich zu unabhängigen und selbst bestimmenden Frauen zu entwickeln. Jedes Jahr, am 11. Oktober, dem Weltmädchentag, erheben wir unsere Stimmen für alle Mädchen und junge Frauen. Gemeinsam setzen wir ihr Potential frei.

#GirlsTakeOver 2022

 #GirlsTakeOver 2022 - jetzt bewerben!

Du möchtest für einen Tag eines der höchsten politischen Ämter der Schweiz übernehmen und dich einsetzen für Gleichberechtigung? Du bist zwischen 14 und 24 Jahr alt? Dann bewirb dich jetzt für eine #GirlsTakeOver Aktion mit Bundespräsident Ignazio Cassis am 11. Oktober 2022!

 

«Equal Power Now!»

Warum braucht es einen Weltmädchentag?

Milania, 16, aus Peru setzt sich für Gleichberechtigung ein
Die 16-jährige Milania aus Peru, setzt sich in ihrer Gemeinde ein, um das Bewusstsein für die Bedeutung der Bildung von Mädchen zu schärfen und auf die negativen Folgen einer Frühheirat aufmerksam zu machen. ©Plan International

Es gibt einen Weltkindertag, es gibt einen Weltfrauentag. Warum braucht es den Weltmädchentag? Die Antwort ist einfach: Mädchen und Frauen stellen zwar die Hälfte der Weltbevölkerung, aber können sie auch entsprechend viel mitbestimmen? Haben sie gleiche Chancen? Solange die Antwort auf diese Fragen immer noch mit «nein» beantwortet wird, muss der Einsatz für die Gleichberechtigung weitergehen. 

Weltweit gehen rund 130 Millionen Mädchen nicht zur Schule. Barrieren wie Frühverheiratung, Frühschwangerschaft und sexuelle Gewalt erschweren ihnen den Zugang zu Bildung und hindern sie daran, ein selbstbestimmtes Leben zu entwickeln. Die UNO-Kinderrechtskonvention legt fest, dass Mädchen und Jungen dieselben Rechte haben. Allerdings treffen Mädchen und junge Frauen nach wie vor auf geschlechterspezifische Hürden.

Der Weltmädchentag rückt diese spezifischen Hindernisse sowie die Bedürfnisse von Mädchen in den Vordergrund, um auf internationaler Ebene einen Anstoss zu geben, die Situation von Mädchen und jungen Frauen weltweit zu verbessern.

Was wollen wir mit dem Weltmädchentag erreichen?

Mädchen sollen die gleichen Möglichkeiten und Chancen haben wie Jungen. Dabei fordern wir folgende Massnahmen:

  • gezielte Förderung von Mädchen und jungen Frauen durch Bildung
  • Bekämpfung der Zwangsehe
  • Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen
  • konsequente Umsetzung von Anti-Diskriminierungsgesetzen
  • keine Toleranz für Gewalt gegen Mädchen und junge Frauen im Namen von Tradition oder Kultur
  • Berufsbildung und Kompetenzentwicklung für junge Frauen 

 

Die Geschichte des Weltmädchentags

Der Weltmädchentag feiert dieses Jahr sein 10-jähriges Jubiläum! Seit die Vereinten Nationen den 11. Oktober im Dezember 2011 zum «International Day of the Girl Child» (Weltmädchentag) erklärt haben, ist er ein wichtiger globaler Anlass, um Mädchen eine Stimme zu geben und auf Hindernisse hinzuweisen, denen sie ausgesetzt sind. Plan International war federführend bei den weltweiten Bemühungen, eine Koalition der Unterstützung für den Weltmädchentags aufzubauen. Dies war ein Meilenstein auf dem Weg zu echter Gleichberechtigung und soll als Startrampe für globale Massnahmen für die Rechte von Mädchen dienen. Mädchen und junge Frauen haben so die Gelegeneheit an diesem Tag besondere Aufmerksamkeit auf ihr mangelnde Vertretung in der globalen Enwicklungsagenda zu lenken. 

Die weltweiten #GirlsTakeOver Aktionen

Girls take over - Mädchen übernehmen: Mit unseren #GirlsTakeOver Aktionen besetzen Mädchen Räume und übernehmen Funktionen, in denen sie selten gesehen oder gehört werden und machen so deutlich, dass sie das Recht haben dort zu sein - ohne zum Schweigen gebracht oder ignoriert zu werden.

Seit 2016 hat Plan International anlässlich des jährlichen Welt-Mädchentags 5.228 solche #GirlsTakeOver Aktionen in mehr als 75 Standorten organisiert. Die nepalesische Präsidentin Bidhya Devi Bhandari gab dazu am 5. Oktober 2016 den Startschuss: Sie legte ihr Amt für einen Tag in die Hände von einem Mädchen. In der Schweiz haben sich in der Vergangenheit die Stadtpräsidenten von Chur, Luzern, St. Gallen und Zug sowie Unternehmen wie Die Post, Google und IKEA an #GirlsTakeOver Aktionen beteiligt. 2021 übergab Bundesrat Alain Berset seine Funktion für einen Tag an die 20-jährige Loukina, die mit ihm den Weltmeteorologiekongress in Genf in eröffnete.

Die Aktion ist ein Plädoyer für die Rechte von Mädchen: Sie sollen ihr Können demonstrieren und die Welt verändern. Denn zu oft können sie ihr Recht auf Bildung nicht wahrnehmen und sind von wichtigen gesellschaftlichen Prozessen ausgeschlossen. Wir fordern deshalb mehr Mitsprache von Mädchen und jungen Frauen auf allen Ebenen. Die Zahlen sprechen für sich:22 von 193 Staatsoberhäuptern sind weiblich und gerade mal 8 Prozent der CEOs an der Spitze der 500 führenden Unternehmen der Welt sind Frauen. Unsere Bewegung «Girls Get Equal» sorgt dafür, dass Mädchen mehr politische Mitsprache erhalten und die damit verbundene #GirlsTakeOver Aktion gibt ihnen eine Stimme. 

Weltmädchentag vom 11. Oktober 2021

Point de Presse der WMO
Loukina Tille und Alain Berset an der Pressekonferenz des Sonderkongress der WMO. © Plan International Schweiz

Am 11. Oktober 2021 fand ein #GirlsTakeover mit eines der höchsten Ämtern der Schweiz statt, mit Bundesrat Alain Berset.

Die 20-jährige Loukina Tille eröffnete am 11. Oktober an Alain Bersets Seite den Sonderkongress der Weltmeteorologie-Organisation WMO. Zum Weltmädchentag setzte sie damit ein Zeichen für die Mitsprache junger Frauen.

Media Corner

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Gleichberechtigung und Rollenbilder

Ein wichtiger Aspekt der Gleichberechtigung von Mädchen, auch in der Schweiz, sind wenige oder gar fehlende weibliche Vorbilder, sei es im Beruf, in Filmen oder Medien. Der Bericht #RewriteHerStory von Plan International zeigt auf, dass bei keinem der 56 erfolgreichsten Filme vom Jahr 2018 eine Frau Regie geführt hat. Diese Zahl ist bedenklich und hat einen enormen Einfluss darauf, welches Frauenbild vermittelt wird und wie sich Mädchen und junge Frauen selber sehen.

Vorbilder und Mentor:innen, die Mädchen und junge Frauen von der Kindheit bis ins Berufsleben ermutigen und begleiten, können einen grossen Unterschied machen.

Der Weg vom Mädchen zur Frau, von der Ausbildungs ins Berufsleben, erweist sich als entscheidende Phase. Die unabhängige Umfrage von Plan International Schweiz zur Situtation der Gleichstellung von Mädchen, Jungs und Frauen in der Schweiz ergab, dass der Optimismus junger Frauen spürbar nachlässt, sobald sie in den Arbeitsmarkt eintreten und Karriere machen wollen. 60% der Mädchen und Frauen stimmten zu, dass Frauen in Führungspositionen eine bessere Leistung erbringen müssen als Männer in ähnlichen Positionen, um respektiert zu werden. 

 

Unterstützen Sie unseren Mädchenfonds und helfen Sie Mädchen weltweit, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.