Am Montag, 10. August, erschütterte ein starkes Erdbeben der Stärke 7.4 den Westen Kolumbiens. Das Epizentrum lag in der Nähe von San José del Palmar im Departement Chocó. Kurz darauf folgte ein Nachbeben der Stärke 4.8. Behörden beobachten derzeit die Gefahr weiterer Beben.
Das Erdbeben war in weiten Teilen des Landes zu spüren und traf die Departemente Chocó, Valle del Cauca, Risaralda und Caldas am stärksten. Ersten Berichten zufolge sind dort mindestens 170 Menschen ums Leben gekommen und mehrere tausend wurden verletzt. Tausende von Häusern, Gesundheitszentren, Strassen und anderen Infrastruktureinrichtungen wurden beschädigt, und während die Regierung die nationalen Hilfsmassnahmen koordiniert, laufen die Such- und Rettungsarbeiten weiter.
Plan International Kolumbien hat seinen Notfallplan aktiviert, dessen Schwerpunkt auf Chocó und Valle del Cauca liegt. Chocó ist ein Departement, das seit Jahrzehnten unter Investitionsmangel und bewaffneten Konflikten leidet, und Plan International Kolumbien führt dort Bildungs- und Kinderschutzprogramme durch, um Kindern zu helfen, sicher zu bleiben und die Schule weiter zu besuchen.
Das Erdbeben droht, diese Fortschritte zunichte zu machen, indem es Klassenzimmer und Strassen beschädigt, auf die die Familien angewiesen sind, und den Zugang zu Schutzdiensten in Gemeinden, die ohnehin schon in grosser Not leben, weiter einschränkt. Einige Mitarbeitende von Plan International Kolumbien in der Region haben Schäden an ihren eigenen Häusern gemeldet, während sie weiterhin die Auswirkungen auf die Gemeinden und den Einsatzbetrieb einschätzen.
«Das Leben der betroffenen Kinder wurde auf den Kopf gestellt. Unsere oberste Priorität ist es derzeit, die am stärksten betroffenen Gemeinden in Chocó und Valle del Cauca mit psychosozialer Unterstützung und lebensrettender humanitärer Hilfe zu versorgen, insbesondere für Mädchen und Familien, die ihr Zuhause verloren haben.
«Auch die Häuser einiger unserer eigenen Mitarbeiter:innen in Chocó und Valle del Cauca sind betroffen, daher wissen wir aus erster Hand, was diese Familien durchmachen. Wir sammeln Spenden, um die humanitären Hilfsmassnahmen zu unterstützen, und wir werden nicht ruhen, bis die betroffenen Gemeinden in Sicherheit sind», sagte Ángela Anzola, Landesdirektorin von Plan International Kolumbien.
Plan International Kolumbien ist in Bagadó, Bojayá, El Carmen de Atrato, Istmina, Lloró, Medio San Juan, Nóvita, Quibdó, Río Quito, Riosucio, Cértegui, Sipí, Tadó, Cali und Jamundí in den Departementen Chocó und Valle del Cauca tätig. Plan International ruft zu Spenden auf, um Kindern, Jugendlichen und ihren Familien nach der Katastrophe Notunterkünfte, Schutz und Unterstützung zukommen zu lassen.