Planmitarbeiterin Flora Muñoz aus El Salvador
Planmitarbeiterin Flora Muñoz setzte ihr Wissen in den letzten 20 Jahren als Gemeindeentwicklerin und als Projektfachfrau für frühkindliche Erziehung in drei verschiedenen Projekten ein. © Plan International El Salvador
02.12.2021 - von Menoa Stauffer

Eindrücke und Erfolge aus 20 Jahren Projektarbeit

Interview mit Flora aus el Salvador

Flora Beatriz Muñoz Palucho (51)arbeitet unermüdlich in der Gemeindeentwicklung und Projektarbeit mit Kindern für Plan International in El Salvador. Was ihre grössten Erfolge sind und was sie mit Plan International Schweiz zu tun hat, erzählte sie Planmitarbeiterin Menoa Stauffer im Interview.

Seit über 20 Jahren bist du bei Plan International. Wie kam es dazu?

Ich kam am 7. August 2000 zu Plan International El Salvador. Ich hatte eine einjährige Tochter und war arbeitslos. Es reizte mich, für eine Kinderrechtsorganisation zu arbeiten, da ich bereits fünf Jahre Erfahrung in der Arbeit mit Müttern und Kindern hatte. Ich bekam eine Stelle als Gemeindeentwicklerin bei Plan und behielt diese zehn Jahre. Dann wurde ich ermutigt, mich für die Stelle als Early Childhood Technician (Projektfachfrau für frühkindliche Entwicklung) zu bewerben und meine Ausbildung im Gesundheitsbereich um pädagogische Kenntnisse zu erweitern.

Wie arbeitest du mit Plan International Schweiz zusammen?

Seit rund fünf Jahren arbeite ich bei Plan International in El Salvador an Projekten, die von Plan International Schweiz finanziert werden, um gesunde und schützende Räume für Kinder und ihre Familien in der frühen Kindheit zu schaffen und Jugendlichen Zugang zu MINT(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik)-Berufen zu ermöglichen.

Das Projekt «Environments of Love», ermöglichte es mir, Beziehungen zu staatlichen Institutionen aufzubauen, um die Ernährungssicherheit und Gesundheit von Kindern unter zwei Jahren zu garantieren. Das Wissen von Müttern, Vätern und Betreuern wurde gestärkt, zum Beispiel durch die innovative Strategie des Kängurus, eine Methode, die verwendet wird, um die Entwicklung von Frühgeborenen zu unterstützen. Das Projekt «Hope Beyond Bars» zeigte mir die Realität in Gefängnissen, wo Kinder in den entscheidenden ersten fünf Lebensjahren mit ihren Müttern in Haft zusammenleben und Unterstützung brauchen können. Beim «EDUCATECH»-Projekt ermöglichen wir Mädchen Zugang zu MINT-Karrieren, die kulturell nicht für Mädchen, sondern für Jungs üblich sind.

Was ist dein Hauptanliegen in El Salvador?

Bei Jugendlichen gibt es noch Anlässe zur Besorgnis: Schwangerschaften in jungen Jahren, sexueller Missbrauch durch familiennahe Personen, soziale Gewalt und Schulabbruch in der Zeit der Pandemie, insbesondere bei Mädchen. Um dagegen vorzugehen, schliessen wir Allianzen mit lokalen Regierungen, staatlichen Institutionen und NGO’s.

Und was dein grösstes Erfolgserlebnis?

Die Arbeit mit Kindern und ihren Müttern in Haft hat mir ermöglicht, die Realität beider Seiten kennenzulernen. Wir unterstützten die Frauen dabei, die emotionale Bindung zwischen ihnen und ihren Kindern zu stärken. Ich konnte den Wandel hin zu einer verantwortungsvolleren Haltung der Mütter beobachten. Das war meine grösste Errungenschaft. Die klare Positionierung von Plan International und dass die Problematik der Kinder in den Gefängnissen sichtbar wird, sind mein grösster Stolz.

Möchtest du den Menschen in der Schweiz etwas mit auf den Weg geben?

Plan International Schweiz hat uns dazu gebracht, uns Herausforderungen zu stellen, von denen ich nie gedacht hätte, dass wir so grossen Erfolg haben würden. Kinder und junge Menschen haben Zugang zu Gesundheitsdiensten, Ernährung, Information, Bildung, Arbeit und vielem mehr erhalten. Ich möchte euch für euer Engagement danken.

Herzlichen Glückwunsch zu 15 Jahren Tätigkeit für Kinderrechte!

 

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