Wir beantworten Ihnen Fragen zu unserem Kinderhilfswerk. ©Plan / Erik Thallaug

Häufige Fragen rund um unsere Arbeit

Ihre Fragen, unsere Antworten: In unserem Fragenkatalog finden Sie Antworten zu häufig gestellten Fragen rund um die Arbeit und die Schwerpunkte von Plan International.

HÄUFIGE FRAGEN

Plan International Schweiz ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation, die sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter in verschiedenen Teilen der Welt einsetzt. Unsere Programme schaffen die Voraussetzungen dafür, dass heranwachsende Mädchen und junge Erwachsene gebildet, sicher und wirtschaftlich gestärkt sind.

Plan International Schweiz ist Teil der globalen Entwicklungsorganisation Plan International,  blickt auf 80 Jahre Erfahrung in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Familien und Gemeinschaften auf der ganzen Welt zurück und ist in über 75 Ländern aktiv. Die Organisation legt einen besonderen Fokus auf die Rechte von Mädchen und jungen Frauen. Dabei hinterfragen wir soziale Normen und Einstellungen, um für heranwachsende Mädchen und junge Erwachsene einen transformativen Wandel herbeizuführen. Wir nehmen Einfluss auf die Politik und entwickeln Programme, die Bildung, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Chancen für Mädchen fördern. Um den Anliegen von Mädchen und den Hindernissen, mit denen sie konfrontiert sind, mehr Gehör zu verschaffen, hat Plan International einen weltweiten Aktionstag für Mädchen initiiert: den «International Day of the Girl Child».

 

Plan International ist in über 75 Ländern aktiv. Unsere Programme führen wir vorwiegend in Afrika, Asien und Lateinamerika sowie vereinzelt in Europa durch.

Unser Ziel ist es nicht nur, das tägliche Leben von Mädchen und jungen Frauen zu verbessern, sondern auch ihre Stellung und ihren Wert in der Gesellschaft zu fördern. Dabei arbeiten wir aktiv mit Jungen und jungen Männern zusammen, um die Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen.

Wir glauben an die Förderung der Rechte von Mädchen in allen Kontexten, auch in Konflikten und Notsituationen, in denen Mädchen zusätzlichen Gefahren ausgesetzt sind.

Unsere Programme bewirken dauerhafte Veränderungen gegen diskriminierende Normen, Politik und Gesetze. Wir hören auf die Stimmen von Kindern in der Gemeinschaft, insbesondere von Mädchen, deren Ansichten und Bedürfnisse häufig übersehen werden, um sicherzustellen, dass unsere Arbeit relevant und wirksam ist.

Wir beziehen Kinder und Jugendliche konsequent in unsere Projektarbeit ein – von der Planung bis hin zur Realisation und Überprüfung des Projektfortschrittes. Dabei achten wir darauf, dass Mädchen nicht im Hintergrund sind. Geschult und gestärkt durch Plan International starten sie zum Beispiel eigene Kampagnen für mehr Hygiene im Dorf, für eine bessere Katastrophenvorsorge oder für eine gewaltfreie Erziehung. Sie nehmen über Kinder- und Jugendparlamente Einfluss auf politische Prozesse in ihrem Umfeld oder informieren Gleichaltrige über ihre Rechte. So gibt Plan ihnen eine Stimme, die auch gehört wird.

 

Wir wissen, dass die Phase zwischen 12 und 24 Jahren wegweisend ist für die Zukunft. In dieser Altersgruppe liegen der Fokus und die Expertise von Plan International Schweiz. Wir setzen uns dafür ein, dass die Mädchen in der Schule bleiben und bieten ihnen Unterstützung auf dem Weg zur Frau. Das Ziel ist, dass sie sich selber eine Zukunft aufbauen, ihre Familien ernähren und in der Gesellschaft aktiv mitbestimmen können. Das erreichen wir, indem wir die Mädchen schützen (z.B. vor schädlichen Praktiken wie Mädchenbeschneidung oder Kinderheirat), stärken (durch schulische Bildung und Aufklärung in Bezug auf ihre Rechte) und fördern (durch Bildungs- und Ausbildungsprogramme, in Jugendclubs in ihrer Gemeinde, etc.).

Erst 1979 einigte sich die UN auf die Konvention gegen Diskriminierung von Frauen. Die im Jahre 1989 beschlossene UN-Kinderrechtskonvention spricht sich eindeutig für die Gleichstellung der Geschlechter aus. Trotzdem sind Mädchen in vielen Ländern dieser Welt immer noch benachteiligt. Plan verfolgt das Ziel, Mädchen und Jungen in den Programmländern den gleichen Zugang zu Gesundheit und Bildung zu ermöglichen.

In den Projektgebieten verfügen die Menschen meist nur über sehr begrenzte Mittel. Diese werden eher für die Jungen als für die Mädchen einer Familie verwendet. Im Krankheitsfall erhalten Jungen eher eine ärztliche Versorgung, Jungen haben meist Zugang zu den besseren Nahrungsmitteln und die Familien bevorzugen Jungen in der Schulausbildung, vor allem wenn Schulgebühren zu zahlen sind. Diese Benachteiligung ist nicht auf die Familienebene beschränkt. Mädchen werden von den Lehrkräften oft weniger gefördert als Jungen, und in der öffentlichen Meinung wird dem Schulbesuch von Mädchen und Jungen nicht die gleiche Bedeutung beigemessen.

Jungen und Mädchen werden bei Plan deshalb gleichermassen gefördert, jedoch unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Benachteiligungen. Wir setzen uns dafür ein, dass Mädchen und Jungen gleiche Rechte und Chancen erhalten. In allen Belangen, selbst bei spezifischen Benachteiligungen von Mädchen, wie der Abtreibung weiblicher Föten, arbeitet Plan ebenfalls eng mit Jungen und Männern zusammen. Nur wenn wir auf allen Ebenen ansetzen, schaffen wir es, die Situation der Mädchen nachhaltig zu verbessern.

Die Gleichstellung der Geschlechter steht im Mittelpunkt jedes unserer durch den Mädchenfonds unterstützten Projekte. Bei all diesen Projekten arbeiten wir mit Gemeinden zusammen, um sicherzustellen, dass Mädchen und junge Frauen sicher sind, eine gute Ausbildung erhalten und wirtschaftlich gestärkt werden. Wir helfen Mädchen insbesondere in der Übergangszeit ins Erwachsenenalter vom Mädchen zur Frau, ihr volles Potenzial zu entfalten. Diese Phase ist oft entscheidend über die Zukunft.

In Vietnam zum Beispiel bilden wir junge Männer und Frauen im IT-Sektor aus. Während der IT-Sektor wächst, wird das Potenzial von Frauen aufgrund von Geschlechterstereotypen dabei oft übersehen. Sie können ihr wirtschaftliches Potenzial nicht ausschöpfen. In Kenia mobilisieren wir Gemeinschaften - Männer, Frauen, Jungen und Mädchen, traditionelle Führer und religiöse Persönlichkeiten - um gegen die weibliche Genitalverstümmelung zu kämpfen und schädliche Geschlechternormen zu verändern. Die Mädchenfonds-Projekte haben zum Ziel, einen nachhaltigen Wandel und Verbesserung der Situation von Mädchen herbeizuführen.

Wir bevorzugen Spenden für den Mädchenfonds, weil wir damit alle Komponenten wie z.B. Bildung, Schulung der Lehrkräfte, alternative Einkommensmöglichkeiten für Beschneiderinnen, Präventionsmassnahmen gegen Kinderheirat, etc. ganzheitlich angehen können. Oft sind diese eng miteinander verbunden. Deshalb kann ein Problem wie Mädchenbeschneidung nur nachhaltig gelöst werden, wenn alle diese Aspekte in ein Projekt einfliessen. Wenn Sie ein spezifisches Projekt gegen Mädchenbeschneidung unterstützen wollen, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf. 

82 Prozent unserer Einnahmen fliessen in die Projektarbeit.

Plan International verfolgt eine Null-Toleranz-Politik gegenüber allen Betrugs-, Bestechungs- und Korruptionsfällen. Wir nehmen jede tatsächliche oder versuchte Betrugs- oder Korruptionshandlung von Mitarbeitern, Freiwilligen, Auftragnehmern oder ihren Angestellten, Partnerorganisationen und allen, die in unserem Namen handeln, sehr ernst und leiten Massnahmen bis zur Entlassung oder strafrechtlicher Verfolgung ein. 

Zudem ist wichtig zu erwähnen, dass bei den Projekten von Plan International Schweiz kein Geld zu Regierungen im Zielland fliesst. Plan International Schweiz setzt die Projekte selbst oder in Zusammenarbeit mit lokalen NGOs um, die wir genau überprüfen. Alle Büros Plan International werden jährlich durch ein externes Audit geprüft. Plan International arbeitet im Field soweit als möglich bargeldlos. Das heisst, es wird wenn immer möglich Geld überwiesen. In Afrika sind Zahlungen via Handy üblich, da viele Leute kein Bankkonto haben. So können wir jede Transaktion nachvollziehen und belegen.

Nachhaltigkeit ist einer unserer wichtigsten Grundsätze. Plan International will die Lebensbedingungen der Kinder und ihrer Familien dauerhaft verbessern. Deshalb setzen wir von Anfang an auf die intensive Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft sowie den lokalen Behörden und Institutionen. Nachhaltigkeit heisst für uns auch, dort weiterhin zu helfen, wo die Scheinwerfer der internationalen Medien bereits wieder verschwunden sind.

Die Plan-Mitarbeitenden vor Ort stammen fast ausnahmslos aus dem jeweiligen Projektgebiet und werden auch dort rekrutiert. Plan International Schweiz vermittelt deshalb keine freiwilligen Projekt-Einsätze. Sie können sich aber gerne einer Aktionsgruppe von Plan International in der Schweiz anschliessen: Hier treffen sich Patinnen und Paten, um sich auszutauschen und sich für benachteiligte Kinder stark zu machen.

Plan International gibt es seit über 80 Jahren, ist in 75 Ländern tätig und ist eines der grössten Hilfswerke weltweit. Wir sind zudem Umsetzungs-Partner der DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit). Die Zertifizierung durch die ZEWO bringt hohe jährliche Lizenzgebühren mit sich. Als internationales Hilfswerk mit Projekten im Ausland erachten wir es als nicht vertretbar, solch hohe Beträge für private, nationale Spendensiegel aus Spendengeldern zu finanzieren.

Die Kinder sind Botschafter für ihr Dorf – das ist ihnen und den Patinnen und Paten von Anfang an klar. Zudem weisen wir immer offen darauf hin, dass die Patenschaftsbeiträge nicht an einzelne Kinder überwiesen werden, sondern in Projekte in der Gemeinschaft des Patenkindes fliessen. Trotzdem stehen die Kinder im Mittelpunkt unserer Arbeit. Wir sind überzeugt, dass Veränderung nur gelingt, wenn Kinder ernst genommen werden, wenn sie ihre Anliegen offen äussern und mitwirken können.