27.08.2026 - von Plan International

Nepal: Sturzfluten und massive Erdrutsche

Eine schwere Sturzflut und ein Gletscherrutsch haben Teile Nordnepals und die chinesische Grenze zu Tibet heimgesucht. Hunderte Menschen werden vermisst, und ersten Berichten zufolge gibt es mehrere Todesopfer. Während die Such- und Rettungsmassnahmen anlaufen, solidarisiert sich Plan International mit allen Betroffenen dieser Katastrophe.

Srijana Gurung, amtierende Landesdirektorin von Plan International Nepal, sagte:

«Dies ist eine zutiefst tragische Katastrophe, von der Gemeinden in Timure, Rasuwagadhi und Syabrubesi in den Distrikten Rasuwa, Nuwakot und Dhading betroffen sind. Wir alle erinnern uns an das verheerende Erdbeben vor elf Jahren, bei dem fast 10'000 Menschen ums Leben kamen. Viele der von der gestrigen Katastrophe betroffenen Gemeinden waren auch vom Erdbeben 2015 schwer getroffen worden. Kein Mensch verdient es, so ein Ereignis durchzumachen, geschweige denn zwei.

«In ganz Nepal sehen sich die Gemeinden einem Klimaschock nach dem anderen ausgesetzt, ohne kaum Zeit zu haben, sich davon zu erholen. Überschwemmungen und Erdrutsche gab es in Nepal schon immer, doch die Klimakrise führt dazu, dass sie weitaus häufiger und heftiger auftreten. 

«Bislang wissen wir, dass die Sturzflut des Bhote-Koshi-Flusses in Nepal umfangreiche Schäden an Dörfern, Märkten, Strassen, der Kommunikationsinfrastruktur und Wasserkraftwerken verursacht hat. Es ist jedoch noch zu früh, um das volle Ausmass der Zerstörung abzuschätzen, doch wir befürchten, dass die Folgen schwerwiegend sein könnten und viele Menschen ums Leben gekommen sind oder verletzt wurden. 

«Während die Gemeinden mit den verheerenden Folgen dieser Katastrophe zu kämpfen haben, hat die nepalesische Regierung rasch gehandelt, um die Rettungs- und Hilfsmassnahmen zu unterstützen: Sie hat Sicherheitskräfte entsandt und Warnungen an die Gemeinden flussabwärts entlang des Trishuli-Flusses herausgegeben. Die Priorität muss nun darin bestehen, die Betroffenen zu erreichen, Familien bei der Suche nach ihren Angehörigen zu unterstützen und sicherzustellen, dass schutzbedürftige Gemeinden die Hilfe erhalten, die sie benötigen.

«Plan International steht in Solidarität mit allen, die von dieser verheerenden Katastrophe betroffen sind. Unsere Gedanken sind bei den Kindern, Jugendlichen, Familien, Touristen und Gemeinden, die mit Verlust, Unsicherheit und Umbrüchen konfrontiert sind. Viele Familien haben heute nicht nur Angehörige, sondern auch ihre Häuser und Lebensgrundlagen verloren und benötigen dringend medizinische Versorgung, Unterkünfte, Wasser, Nahrung und Hygieneartikel. Zudem besteht die Gefahr von durch Wasser übertragenen Krankheiten, da der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen wahrscheinlich beeinträchtigt ist. 

«Wir stehen in engem Kontakt mit der Regierung Nepals und beobachten die Lage aufmerksam, um eine koordinierte, bedarfsgerechte Hilfsmassnahme zu unterstützen.

«In dieser schwierigen Zeit würdigen wir die Stärke und Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaften in ganz Nepal und setzen uns weiterhin dafür ein, gemeinsam mit Regierungsbehörden, Partnern und lokalen Gemeinschaften dafür zu sorgen, dass Kinder und ihre Familien geschützt und unterstützt werden. Besondere Aufmerksamkeit muss den am stärksten gefährdeten Personen gelten, darunter Mädchen, Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, wobei sichergestellt werden muss, dass ihre Rechte, ihre Sicherheit, ihre Würde und ihre Stimme im Mittelpunkt der Hilfsmassnahmen stehen.»