Plan Indonesia entsendet Notfall-Einsatzteams nach einem starken Erdbeben der Stärke 7.7, das am frühen Samstagmorgen die Insel Flores in Ost-Nusa Tenggara (NTT) im Osten Indonesiens erschütterte. Das Epizentrum des Erdbebens lag 30 km nordöstlich der Stadt Mbay, wo ersten Berichten zufolge über 30 Menschen ums Leben gekommen sind und viele weitere verletzt wurden.
Häuser und Schulen wurden beschädigt, und Erdrutsche haben wichtige Versorgungswege unterbrochen, darunter die Autobahn Trans Ende-Bajawa. Obwohl eine erste Tsunami-Warnung aufgehoben wurde, ist der Zugang zu abgelegenen Gemeinden weiterhin stark eingeschränkt.
Plan International Indonesia reagiert auf die Notsituation und hat Teams entsandt, um die Schäden in fünf Zielgebieten zu begutachten: Sikka, Nagekeo, Ost-Manggarai, Bajawa und Lembata sowie Manggarai. Die Teams arbeiten mit lokalen Partnern zusammen, um die unmittelbaren Bedürfnisse der betroffenen Kinder, Familien und schutzbedürftigen Gemeinschaften zu ermitteln.
«Katastrophen dieses Ausmasses zerstören nicht nur die Infrastruktur, sie erschüttern auch das Sicherheitsgefühl der Kinder. Unsere oberste Priorität ist es, das Wohlergehen der Kinder in den schwer betroffenen Gemeinden zu überprüfen und denjenigen, die durch Erdrutsche abgeschnitten sind, lebenswichtige Hilfsgüter zukommen zu lassen», sagte Dini Widiastuti, Geschäftsführerin von Plan Indonesia.
Bedürfnisse von Mädchen stehen Vordergrund
Im Rahmen seiner ersten Nothilfemassnahmen leistet Plan International Indonesien psychosoziale Unterstützung und verteilt sicheres Trinkwasser, Notunterkunftssets sowie Sets für die Menstruationshygiene (MHM). Die Hilfsmassnahmen umfassen Rückmeldungs- und Rechenschaftsmechanismen auf Gemeindeebene, um sicherzustellen, dass die Stimmen, Prioritäten und Anliegen der betroffenen Gemeinden direkt in die Einsätze einfliessen.
«Wir wissen, dass Katastrophen die Schutzrisiken für Mädchen dramatisch erhöhen können, indem sie ihre Schulbildung unterbrechen, den Zugang zu sicheren Orten einschränken, das Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt steigern und schwerwiegende Herausforderungen in Bezug auf Sanitärversorgung und Hygiene mit sich bringen. In jeder Notsituation sind Mädchen besonderen und erhöhten Risiken ausgesetzt. Deshalb müssen humanitäre Bemühungen ihre Gesundheit, Sicherheit, Würde und ihren Schutz von Beginn an und während des gesamten Wiederaufbaus in den Vordergrund stellen“, sagte Dini Widiastuti.
Plan Indonesien fordert die lokalen Behörden und humanitären Partner auf, sicherzustellen, dass kindzentrierte Schutzmassnahmen in alle Nothilfe- und Wiederaufbaumassnahmen integriert werden.