Sicherheit Mädchen Frauen Übergriffe Schutz öffentlicher Raum
27.04.2018

Frauen weltweit brechen ihr Schweigen

Wie können sich Mädchen und Frauen vor Übergriffen im öffentlichen Raum schützen? In vielen grossen Städten ist diese Frage ein Dauerthema. Eine Antwort liefert Plan International – und zwar in Form von webbasierten Stadtkarten.

Die 21-jährige Kripa hat sich getraut. Und mit ihr viele andere Frauen auf der ganzen Welt. Sie haben negative Erfahrungen in ihrer Stadt in der «Free to Be Map» eingetragen und warnen so andere Frauen vor gefährlichen Orten.

«Von der Bushaltestelle nach Hause zu gehen, ist eine grosse Sache für mich. Ich habe Angst um mein Leben.» Mit diesen Worten beschreibt die 21-jährige Kripa aus Sydney ihren Nachhauseweg. Dass sie öffentlich darüber spricht, ist nicht selbstverständlich. Um sie und andere junge Frauen darin zu bestärken, hat Plan International die «Free to Be Map» kreiert, die ein Bestandteil des Safer Cities-Programms ist. Sie soll Mädchen als Sprachrohr dienen und sie dazu ermutigen, über Gefahren und negative Erlebnisse in ihrer Stadt zu sprechen. 

Denn die Lage ist erschreckend: Jedes dritte Mädchen in Sydney benutzt aus Angst vor Belästigung und Gewalt keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr. In Dehli ist die Vergewaltigungsrate so hoch, dass sie fast 14 Prozent aller Verbrechen gegen Frauen in ganz Indien ausmacht. Und in Uganda fühlen sich ganze 80 Prozent aller Mädchen unsicher in der Öffentlichkeit – um nur einige Beispiele zu nennen. Doch nur die wenigsten Mädchen und Frauen berichten darüber. 

Mit dem Erlebten andere warnen

Plan International hat in Zusammenarbeit mit der australischen Monash University in Australien und dem Online-Mapping-Anbieter CrowdSpot vier Stadtsicherheits-Karten erstellt. Mädchen und junge Frauen aus Dehli, Lima, Sydney und Madrid werden ermutigt, die webbasierte Karte ihrer Stadt zu verwenden, indem Orte als sicher und unsicher markieren. Sie können vermerken, warum sie diesen Teil der Stadt mögen oder nicht mögen. Zudem haben sie die Möglichkeit, anonym Einzelheiten zu Vorfällen an diesen Orten zu melden und so andere zu warnen.

Bis zum 31. Mai 2018 werden die Daten von der Monash University gesammelt und analysiert. Dank ihnen lässt sich herausfinden, wo die besten und schlimmsten Gebiete der Städte sind und was sie für Mädchen sicher oder gefährlich macht. Die Erkenntnisse werden es Plan International ermöglichen, sich noch stärker für Mädchen und junge Frauen einzusetzen. Denn ihre Stimme soll nicht nur von der Öffentlichkeit, sondern auch von wichtigen Entscheidungsträgern aus der Architektur, Stadtplanung, Regierung und der Verkehrsplanung gehört werden.

HINWEISE DER REDAKTION

Wie können sich Mädchen und Frauen vor Übergriffen im öffentlichen Raum schützen? In vielen grossen Städten ist diese Frage ein Dauerthema. Eine Antwort liefert Plan International – und zwar in Form von webbasierten Stadtkarten. 


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