Suba Umathevan am WEF 2019
Suba Umathevan und Amy Cuddy wollen handeln, bevor es zu spät ist. Stereotypische Denkweisen entstehen bereits bei Kleinkindern durch die Erziehung und den Einfluss ihres Umfelds.
26.01.2019

Für Gender Equality am WEF

«Es geht nicht um Männer gegen Frauen oder Jungs gegen Mädchen. Alle gewinnen, wenn wir Gleichberechtigung schaffen. Gender Equality ist kein Frauenthema, es ist ein soziales und wirtschaftliches Prinzip.» Mit diesen Worten beschrieb die New York Times während des WEF 2019 den von Plan International initiierten Weltmädchentag und unser Mentoring-Programm.

Wie kann es also sein, dass ein sozial und wirtschaftlich wichtiges Prinzip am Weltwirtschaftsforum fast gänzlich fehlt? Plan International Schweiz CEO Suba Umathevan und andere Expertinnen wollten das dieses Jahr ändern.

 

Frauen brauchen mehr Selbstvertrauen

Als Gastreferentin bei The Female Quotient hat Suba Umathevan einen Fokus auf Gender Equality in der Wirtschaft gesetzt. Gemeinsam mit anderen Powerfrauen wie IKEA-CEO Simona Scarpaleggia ging es darum, über Hindernisse und Herausforderungen in der Berufslaufbahn einer Frau zu diskutieren und um über mögliche Lösungen zu sprechen.

Für Umathevan sind Unternehmerinnen wie Scarpaleggia Vorbilder. Sie würden jungen Frauen den Mut geben, ihre Karriere so zu gestalten, wie sie es wollten. Das ist auch Umathevans Ziel: «Ich will junge Frauen am Anfang ihrer Karriere fördern. Viele bewerben sich nur auf eine Stelle, wenn sie die Anforderungen zu 100 Prozent erfüllen. Bei jungen Männern braucht es dafür deutlich weniger. Unser Selbstvertrauen ist gefragt», sagt Umathevan.

 

Vorurteile schon in Kinderköpfen

Die amerikanische Sozialpsychologin Amy Cuddy beschäftigt sich mit Denkmustern und Stereotypen. Sie weiss: Solche Muster entstehen früh – bereits in Kinderköpfen. Von klein auf sagen uns Rollenbilder und Stereotypen, was Frauen und Männer können oder eben nicht. «Schon als Sechsjährige lernen Mädchen und Jungen geschlechtsspezifische Unterschiede in der Körperhaltung von Menschen kennen. Erlaubt Mädchen, aus sich herauszugehen und stark zu sein», fordert Cuddy.

Mit dem Early Childhood Development Programm setzt Plan International Schweiz genau dort an – bei den Kindern. Neben der Bildungskomponente geht es auch darum, es gar nicht erst zur festgefahrenen Denkweise kommen zu lassen. «Power Posing, also eine aufrechte, machtausstrahlende Haltung, liegt in der Natur von Kindern», erzählt Umathevan. Doch: Mädchen verlieren diese Haltung irgendwann beim Eintreten der Pubertät. «Mit Plan International Schweiz will ich Mädchen befähigen, authentisch zu bleiben und zu ihrem natürlichen Verhalten zurückzukehren. Seid selbstbewusst und nutzt den Moment», sagt sie.

 

Unsere Mentee Selina am WEF

Über die Zukunft von Mädchen und jungen Frauen sprachen am WEF nicht nur erfolgreiche Businessfrauen mit langjähriger Berufserfahrung. Unsere ehemalige Mentee Selina Stüssi vertrat all die jungen Frauen, die am Anfang ihrer Karriere stehen. Sie nahm 2017 an unserem einjährigen Mentoring Programm teil.

Die 23-Jährige sprach darüber, wie ihre Generation Z den Arbeitsplatz von morgen und den Begriff «Leadership» verändern werde. Ausserdem wird sie sich aktiv dafür einsetzen, das Thema Gender Equality bei den Studierenden in der Schweiz auf die Agenda zu setzen. Sie wird an der Universität Zürich, an der sie studiert, Equality Lounges veranstalten. Bei diesen Veranstaltungen werden Leader aus der Wirtschaft mit Studierenden zusammentreffen und ihre Anliegen rund um das Thema Karriere besprechen.