6 Monate seit Ausbruch der Ukrainekrise
12.08.2022 - von Plan International

Ukrainische jugendliche Flüchtlinge zeigen Bilder aus ihrer Heimat

Sechs Monate nach der Eskalation des Konflikts in der Ukraine sind nun 5,8 Millionen Ukrainer auf der Flucht. Die grosse Mehrheit sind Frauen und Kinder. Während einige Familien in ihre Häuser zurückgekehrt sind, sind andere weiterhin auf der Flucht, da sich die Frontlinien verschieben und Lebensmittel, Gas, Wasser und andere lebenswichtige Güter knapp werden. Nach wie vor kommen jeden Tag Flüchtlinge aus der Ukraine in Nachbarländern wie Polen, Moldawien und Rumänien an.

Im Folgenden berichten Mädchen und junge Frauen im Teenageralter, die jetzt in Rumänien leben, von ihren Erinnerungen an zu Hause, die sie über ihre Smartphones mit ihren Freunden und Familien in Verbindung halten.


Arina, 13

Arina

Arina, 13, floh mit ihrer Mutter Iryna, 46, vor vier Monaten aus der Ukraine. Sie trafen die Entscheidung so schnell, als um sie herum Bomben fielen, dass sie nicht einmal Zeit hatten, Kleidung zum Wechseln zu packen. Arinas Vater und ihr Bruder sind in der Ukraine geblieben. Sie und ihre Mutter leben jetzt in Bukarest, der Hauptstadt Rumäniens, und teilen sich ein Haus mit einer anderen ukrainischen Familie.

Bevor der Konflikt eskalierte, arbeitete Iryna als Buchhalterin und Arina ging zur Schule. Ihre Lieblingsfächer sind internationale Literatur, die ukrainische Sprache und Kunst. Sie ist eine begeisterte Malerin und zeigt ein Bild von ihrer Heimat in der Ukraine. Als sie und ihre Mutter zum ersten Mal in Bukarest ankamen, fertigte sie Zeichnungen an und schenkte sie den Freiwilligen als Anerkennung für ihre Arbeit.

Arina erklärt, dass sie ihre Heimat sehr vermisst: "Egal, wie gut die Situation hier sein mag, es spielt keine Rolle, denn ich vermisse meine Schule, meine Freunde, meine Aktivitäten - alles, was ich früher zu Hause gemacht habe."

Kateryna,13

Kateryna

Kateryna, 13, floh mit ihrer Mutter Tetiana, 44, aus der Ukraine. Auch sie verliessen die Ukraine unter schrecklichen Umständen und überquerten zunächst Moldawien, bevor sie Rumänien erreichten. Als sie dort ankamen, waren sie erstaunt über die herzliche Aufnahme durch die Menschen vor Ort, die ihnen half, sich sicher zu fühlen und die Ereignisse, die sie erlebt hatten, zu verarbeiten. Sie wohnen jetzt zusammen mit Arina und Iryna sowie Katerynas Tante Victoria. Katerynas Vater und Bruder bleiben in der Ukraine.

Vor dem Konflikt reiste Kateryna durch die Ukraine, um an Tanzwettbewerben teilzunehmen, die sie auch ins Ausland, nach Bulgarien, führten. Sie sollte wieder nach Übersee reisen, um an Wettbewerben teilzunehmen. Seit ihrem dritten Lebensjahr liebt sie den traditionellen ukrainischen Tanz. Mit Geldgutscheinen von Plan International hat sie sich Kopfhörer gekauft, damit sie weiter tanzen kann. Sie ist fest entschlossen, weiter zu tanzen, wenn sie nach Hause zurückkehren kann, und übt allein mit Hilfe von YouTube und bleibt über das Internet in Kontakt mit ihren ehemaligen Teamkolleg:innen.

"Ich bin nicht mehr in der Lage, mit meinem Team zu arbeiten, also muss ich es alleine zu Hause machen, indem ich YouTube benutze, um die Arbeit fortzusetzen. Jetzt trainiere ich weiter, um sicherzustellen, dass ich fit bin, wenn ich zu meinem Team zurückkehre", erklärt sie. "Alle in meinem Team haben die Ukraine verlassen, aber wir bleiben über das Internet in Kontakt."

Auf einem Bild von sich selbst, dass sie beim Tanzen zeigt, sagt sie: "Wir vermissen uns alle sehr. Unser Traum ist es, wieder als Team zusammenzukommen."

Alina, 21 und Yana, 19

Alina und Yana

Vor dem Konflikt waren die Schwestern Alina, 21, und Yana, 19, Studentinnen in Bucha, einer Stadt in der Nähe von Kiew, die als eine der ersten von den russischen Truppen eingenommen wurde. Als der Krieg ausbrach, erhielt Alina in den frühen Morgenstunden einen Anruf von ihrer Mutter, die sie aufforderte, nach Hause zu kommen. Als sie merkten, dass es für sie zu spät war, um nach Hause zu gelangen, reisten sie stattdessen auf der Suche nach Sicherheit nach Rumänien.

"Wir sind sehr schnell weggegangen. Ich weiss nicht, was passiert wäre, wenn wir noch einen Tag oder länger dort geblieben wären", erklärt Alina.

In den letzten vier Monaten haben die Schwestern in Bukarest gelebt. Sie arbeiten beide bei ADRA, dem Partner von Plan International, und schaffen lustige, lebendige und sichere Orte für Kinder, die ebenfalls vor dem Konflikt in der Ukraine geflohen sind. Ihre 16-jährige Schwester ist mit dem Rest der Familie in der Ukraine zurückgeblieben, aber Fotos wie dieses bringen sie wieder zusammen.


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